Europameisterschaften Kunstturnen Männer, 19.-23. August 2026 in Zagreb (CRO)
Schweizer Kunstturner gewinnen EM-Bronze im Teamfinal
«Ich bin voller Glücksgefühle, es ist unbeschreiblich», sagt Dominc Tamsel (TV Wädenswil / STP Malters) nach der Siegerehrung. Für diesen Moment hat der 26-Jährige lange hart gearbeitet. Seinen letzten EM-Einsatz hatte er vor vier Jahren, an den Weltmeisterschaften 2023 reiste er als Ersatzturner mit. Internationale Erfahrung holte er sich u.a. an der Universiade 2023 und 2025. Die Dichte und Qualität im Schweizer Kader ist so gross, dass die Plätze im Team hart umkämpft sind. Der Wädenswiler räumt ein, dass es keine einfache Zeit für ihn gewesen sei. Doch er ist keiner, der rasch aufgibt. «Es war schon jedes Mal ein Dämpfer, Ersatz zu sein. Aber es machte mich auch hungrig dranzubleiben.»
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Team Bronze |
Dominic Tamsel |
Dominic Tamsel |
4x geturnt, 4x geliefert
Dominic Tamsel turnte in der Qualifikation und im Teamfinale am Pauschenpferd und am Reck. Er überzeugte dabei mit sauberen und sicheren Übungen, v.a. aber mit seiner Nervenstärke. In der Qualifikation stürzte der Schweizer Startturner am Pferd, so dass der Druck auf Tamsel stieg, fehlerfrei durchzukommen, damit keine verpatze Übung in die Teamwertung kommt. «Die Nervosität ist deutlich gestiegen, doch es gelang mir, mich zu fokussieren», erklärt der Dominic Tamsel, der danach mit 13,900 gar seine beste Wertung überhaupt erturnte. Auch das Reck glückte. Der Einzug in den Teamfinal erreichten die Schweizer als Zweite souverän, besser waren nur die russischen Athleten, die erstmals wieder unter neutrale Flagge antreten konnten.
Im Teamfinale galt es für alle fehlerfrei durchzukommen, denn jetzt gibt es kein Streichresultat mehr. Alle drei Turnern zählen. Domini Tamsel wurde nochmals an seinen beiden Geräten eingesetzt und lieferte souverän ab. Er bestätige damit seine EM-Selektion eindrücklich. Die Bronzemedaille hinter Grossbritannien und ‘Russland’ der verdienet Lohn.
Diese EM zählte bereits als erste Qualifikation für die WM im Oktober 2026 in Rotterdam. Dominic Tamsel hofft nun, dass er auch dafür nominiert wird. «Ich habe meinen Job gemacht und meine Bewerbung abgebeben. Unser Kader hat eine sehr hohe Dichte an guten Athleten. Es gibt viele mögliche Konstellationen für die Teamzusammensetzung», erklärt er, «wenn ich dabei sein kann, umso schöner.»
Text: Renate Ried




